Wir können das nicht mehr hören, Sie auch nicht mehr, stimmt's? Seit John Chambers 1996 E-Learning als "next big killer application" bezeichnete, ist die Branche davon beseelt, Unternehmen und deren Entscheider mit E-Learning zu missionieren ... das ist fast 15 Jahre her - E-Learning ist mittlerweile in Unternehmen angekommen - kein Mensch will heute noch diese allgemeinen Kosteneinspargeschichten und Flexibilitätseuphorien hören!
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Empirische
Untersuchungen belegen, dass Humankapital der wichtigste
Produktionsfaktor in modernen Volkswirtschaften ist. Entscheidend für
Wirtschaftswachstum ist die Veränderung des Humankapitals. Das beste
momentan verfügbare Maß für Humankapital ist die durchschnittliche Zahl
der Ausbildungsjahre pro Kopf in der Bevölkerung.
Worum geht es eigentlich?
Allen voran sind es Unternehmen,
die ihre Gewinnerzielungsabsichten durch neue Methoden der Personalentwicklung
[Aus- und Weiterbildung] unterstützen. Heutige Unternehmen stehen einer
zunehmenden Dynamik und Komplexität der Umweltveränderungen gegenüber.
Wachsender Konkurrenzdruck auf nationalen und internationalen Märkten
beschleunigt durch den Prozess der Globalisierung, immer höhere Forderungen der
Kunden sowie nicht zuletzt der Wertewandel in der Gesellschaft, stellen immer
höhere Anforderungen an die Unternehmen.
Bedingt
durch den grundlegenden Wandel von einer Produktionsgesellschaft zu einer Wissensgesellschaft liegt die
Fragestellung nahe, welche Methoden und
Werkzeuge Unternehmen einsetzen können, um ihr Humankapital angesichts
der vorliegenden Entwicklung fördern zu
können.
Das Berufsausbildungsniveau der
Arbeitnehmer gilt als feste Determinante für die Wettbewerbsfähigkeit der
Unternehmen[1], deren Mitarbeiter im steigenden Maße die Fähigkeit und
Bereitschaft besitzen müssen, ihr Wissen und Können den sich ständig ändernden
Arbeitsbedingungen anzupassen[2]. Wird es Unternehmen möglich sein,
mittels der sehr raschen Verbreitung des Internet und angrenzender
Technologien, sich auf die zukünftigen Anforderungen an das Ausbildungsniveau
ihrer Mitarbeiter einzustellen[3]? Wenn ja, sind
netzgestützte Fortbildungsmethoden tatsächlich in der Lage betriebliches Humankapital
zu fördern?
[1]
Vgl. Robbers, Investitionen in berufliches Humankapital und die Absicherung
erwarteter Erträge: eine Analyse aus der Sicht neuerer ökonomischer Ansätze.
Bergisch Gladbach 1993, S. 1
[2]
Vgl. Mentzel, W.: Unternehmenssicherung durch Personalentwicklung. Freiburg i.
Br. 1997. S. 15.
[3]
Vgl. Clar, Günther/Doré, Julia/Mohr, Hans: Humankapital und Wissen: Grundlagen
einer nachhaltigen Entwicklung, 1. Auflage, Berlin, Heidelberg, 1997, S. 244