Partner Training
Wie baue ich ein effektives Partner Training auf?
Partner Training bauen Sie effektiv auf, indem Sie Zielgruppen, Rollen, Lernziele, Inhalte, Zertifizierungen und die passende Lernplattform von Anfang an strategisch verzahnen. Entscheidend sind kurze, relevante Lerneinheiten, klare Nachweise, saubere Rechtekonzepte und ein skalierbarer Pilot, der später ohne Systembruch wächst.
Wer Partner Training nur als Kursablage versteht, verliert Tempo, Qualität und Vertrauen. Ein starkes Programm schafft Orientierung für externe Partner und Sicherheit für Ihr Unternehmen.
Quicklinks
- Was unterscheidet Partner Training von interner Weiterbildung?
- Welche Inhalte gehören in ein gutes Partner Training?
- Welches LMS eignet sich für Partner Training?
- Wie motiviere ich externe Partner zum Lernen?
- Wie messe ich den Erfolg von Partner Training?
- Wie starte ich mit Partner Training ohne Überforderung?
- Fazit.
- Häufige Fragen zu Partner Training
Ihre Partner haben wenig Zeit, viele andere Prioritäten und oft mehrere Hersteller im Kopf. Wenn Schulungen zu kompliziert starten, entsteht schnell Frust statt Wissen. Die Folge: uneinheitliche Beratung, längere Einarbeitung, mehr Supportaufwand und ein Kundenerlebnis, das vom Zufall abhängt.
Nadine Pedro
Senior Marketing Manager
Das Wichtigste zu Partner Training in Kürze
- Partner Training richtet sich an externe Zielgruppen wie Händler, Vertriebspartner, Servicepartner, Montagepartner oder Implementierungspartner.
- Der größte Unterschied zur internen Weiterbildung liegt in Motivation, Verbindlichkeit und Nutzenversprechen.
- Kurze, mobile Formate erhöhen die Teilnahme, weil Partner Lernen in ihren Arbeitsalltag integrieren.
- Rollen, Rechte und Datenzugriffe brauchen vor dem Start ein klares Konzept.
- Zertifikate, Badges und Rezertifizierungen schaffen Motivation und Nachweisbarkeit.
- Ein Pilot hilft, die Partnerakademie klein zu starten und später sauber zu skalieren.
Was unterscheidet Partner Training von interner Weiterbildung?
Partner Training folgt einer anderen Logik als klassische Personalentwicklung. Interne Mitarbeitende nehmen häufig an Pflichtschulungen, Onboarding-Programmen oder Entwicklungsmaßnahmen teil. Externe Partner entscheiden stärker nach Nutzen. Sie fragen: Hilft mir dieses Training im Verkauf? Spare ich Zeit? Vermeide ich Fehler? Gewinne ich Sicherheit beim Kunden?
Genau deshalb braucht Partner Training einen klaren Business-Fokus. Inhalte müssen schnell anwendbar sein. Produktwissen, Argumentationshilfen, Prozesse, Compliance-Regeln, Serviceabläufe und Zertifizierungen stehen im Vordergrund.
Interne Weiterbildung stärkt häufig langfristige Kompetenzen und Kultur. Partner Training stärkt Marktauftritt, Qualität, Umsatzfähigkeit und Kundenzufriedenheit im erweiterten Unternehmensnetzwerk.
Warum Motivation bei externen Zielgruppen anders funktioniert
Interne Mitarbeitende erleben Weiterbildung oft als festen Teil ihrer Rolle. Bei externen Partnern sieht das anders aus. Sie investieren Zeit, wenn sie einen klaren Nutzen erkennen.
Dieser Nutzen liegt meist in mehr Umsatz, weniger Fehlern, schnellerer Umsetzung oder einem offiziellen Kompetenznachweis. Deshalb braucht Partner Training eine klare Nutzenkommunikation. Partner müssen sofort verstehen, warum sich das Lernen für ihren Arbeitsalltag lohnt.
Das beeinflusst auch die Formate. Lange Pflichtmodule verlieren externe Zielgruppen schnell. Kurze, relevante Lerneinheiten, die genau im Moment des Bedarfs helfen, passen deutlich besser.
Welche Inhalte gehören in ein gutes Partner Training?
Ein gutes Partner Training beantwortet nicht alles, sondern das Richtige. Partner brauchen keine interne Enzyklopädie. Sie brauchen Inhalte, die ihren Alltag leichter machen.
Sinnvolle Inhalte sind zum Beispiel:
- Produktschulungen mit klaren Nutzenargumenten
- Sales-Dokumentationen, Battlecards und Gesprächsleitfäden
- technische Anleitungen für Service, Montage oder Implementierung
- Compliance- und Markenvorgaben
- Vertragsvorlagen, Prozesshilfen und Checklisten
- Zertifizierungspfade für unterschiedliche Rollen
Partner Training entfaltet besonders viel Wirkung, wenn es Teil einer größeren Partnerakademie ist. Dort bündeln Sie Schulungen, Dokumente, Vorlagen und Nachweise an einem Ort. Passende Grundlagen dazu finden Sie im Beitrag zur Partner Academy.
Wie viel Inhalt brauchen Partner wirklich?
Viele Partnerprogramme scheitern an zu viel Material. Fachbereiche liefern Präsentationen, Produktdatenblätter, Prozessbeschreibungen und alte Webinar-Aufzeichnungen. Daraus entsteht schnell eine digitale Rumpelkammer.
L&D-Teams nehmen hier eine kuratierende Rolle ein. Sie prüfen: Welche Information braucht ein Partner zwingend? Welche Information hilft nur in bestimmten Situationen? Welche Inhalte gehören in einen Lernpfad, welche besser in eine Wissensdatenbank?
Diese Trennung macht Partner Training wirksamer. Lernen vermittelt Kompetenz. Performance Support liefert schnelle Hilfe im Arbeitsmoment. Beides gehört zusammen, erfüllt aber unterschiedliche Aufgaben.
Welches LMS eignet sich als Lernplattform für Partner Training?
Für Partner Training reicht ein internes Standard-LMS oft nicht aus. Externe Zielgruppen bringen andere Anforderungen mit: verschiedene Organisationen, unterschiedliche Rollen, getrennte Datenräume, eigene Zugänge und oft internationale Strukturen.
Ein Extended-Enterprise-LMS braucht vor allem Mandantenfähigkeit. Damit steuern Sie Partnergruppen logisch getrennt aus einem zentralen System. Partner A darf keine Daten von Partner B sehen. Diese Trennung klingt technisch, entscheidet aber über Vertrauen und Datenschutz.
Wichtig sind außerdem:
- Rollen- und Rechtekonzepte
- zielgruppengenaue Kurszuweisung
- Zertifikatsmanagement
- Reporting je Partnerorganisation
- SSO oder einfache Login-Prozesse
- API- und CRM-Anbindungen
- optional E-Commerce für kostenpflichtige Trainings
Mehr zur Plattformauswahl und wichtigen Features lesen Sie im Artikel über Extended Enterprise LMS
White-Labeling hilft, wenn jeder Partner sein eigenes Lernportal im eigenen Design erhalten soll. Es ist aber kein Muss. Wenn Sie Partner bewusst stärker an Ihre Marke binden möchten, passt oft eine zentral gebrandete Akademie besser. Genau diese Strategie nutzte Energiekonzepte Deutschland: In kurzer Zeit entstand eine Akademie für interne Teams und externe Montagepartner in einem gemeinsamen System.
Welche Rolle spielen Rechte, Mandanten und Administration?
Rollen und Rechte entscheiden, ob Partner Training langfristig sauber funktioniert. Das gilt unabhängig davon, ob Sie mit White-Label-Portalen, einer zentral gebrandeten Akademie oder mehreren Partnerbereichen arbeiten.
Klären Sie früh, wer welche Inhalte sieht, wer Nutzer verwaltet und wer Lernfortschritte einsehen darf. Besonders heikel bleibt die Datenlogik: Partner A darf keine Nutzer, Reports oder Fortschritte von Partner B sehen.
Auch innerhalb einer Partnerorganisation entstehen Fragen. Darf eine Führungskraft alle Mitarbeitenden sehen? Oder Zertifikate exportieren? Darf sie neue Nutzer anlegen? Diese Entscheidungen müssen fachlich begründet sein und dürfen nicht in spontanen Systemkonfigurationen enden.
Wie motiviere ich externe Partner zum Lernen?
Partner lernen, wenn sie den Nutzen sofort erkennen. Das klingt simpel, scheitert aber oft an zu langen Kursen, abstrakten Inhalten und fehlendem Anreiz. Niemand öffnet freiwillig ein 90-minütiges Modul mit dem Titel „Allgemeine Produktinformationen“. Das ist kein Lernangebot, sondern ein digitaler Türstopper.
Microlearning passt deutlich besser. Kurze Einheiten, mobile Nutzung und konkrete Fragen aus dem Alltag erhöhen die Relevanz. Ein Servicetechniker profitiert vor Ort von einer klaren Anleitung. Ein Vertriebspartner hingegen benötigt vor dem Kundentermin eine starke Argumentationshilfe.
Zertifikate, digitale Badges und wiederkehrende Rezertifizierungen schaffen zusätzlich Verbindlichkeit. Sie zeigen Partnern: Dieses Wissen bringt Sichtbarkeit, Kompetenznachweis und im besten Fall bessere Geschäftschancen.
Gamification unterstützt, wenn sie seriös bleibt. Punkte, Lernpfade und Fortschrittsanzeigen motivieren, solange sie echten Fortschritt sichtbar machen. Mehr dazu finden Sie im Beitrag zu Gamification in der Personalentwicklung.
Wie schafft Partner Training echte Verbindlichkeit?
Verbindlichkeit entsteht durch klare Erwartungen und nachvollziehbare Vorteile. Partner müssen wissen, welche Zertifizierungen für welche Rolle verpflichtend sind und welchen Nutzen sie daraus ziehen. Das kann Zugang zu bestimmten Leistungen, Sichtbarkeit als zertifizierter Partner oder eine bessere Einbindung in Vertriebsprozesse sein.
Rezertifizierungen halten Wissen aktuell. Das hilft besonders bei neuen Produkten, geänderten Prozessen, Compliance-Vorgaben oder technischen Updates. Gleichzeitig behalten Sie den Überblick, welche Partner auf welchem Wissensstand arbeiten.
Ein gutes Zertifikatsmodell wirkt deshalb in beide Richtungen: Partner gewinnen einen Nachweis. Ihr Unternehmen gewinnt Transparenz und Steuerungsfähigkeit.
Wie messe ich den Erfolg von Partner Training?
Gutes Partner Training betrachtet mehr als nur Abschlussquoten. Natürlich zeigen Kursabschlüsse, wer teilgenommen hat. Der eigentliche Wert entsteht aber erst, wenn Sie Lern- und Geschäftsdaten verbinden.
Fragen Sie deshalb früh:
- Verkaufen zertifizierte Partner erfolgreicher?
- Sinken Supportanfragen nach bestimmten Trainings?
- Beschleunigen Schulungen die Einarbeitung neuer Partner?
- Verbessert sich die Qualität in Beratung, Service oder Montage?
- Welche Inhalte brechen Partner häufig ab?
Mit unserem Extended Enterprise Learning Kalkulator berechnen Sie, das Potenzial externer Zielgruppen wie Partner, Kunden oder Händler und erhalten eine realistische Grundlage für Entscheidungen zu schaffen.
Wichtige KPI für Ihr Partner Training?
Für L&D-Teams reichen Lernkennzahlen allein nicht aus. Abschlussquoten, Testergebnisse und Zertifikate liefern wichtige Signale. Den geschäftlichen Wert zeigen sie aber erst im Zusammenhang mit Partnerleistung.
Verknüpfen Sie deshalb LMS-Daten mit CRM-, Support- oder Qualitätsdaten. Interessant sind zum Beispiel:
- Time-to-Certification
- Umsatz zertifizierter Partner
- Supporttickets pro Partnergruppe
- Fehlerquoten im Service
- Kundenzufriedenheit
So entsteht ein präziseres Bild. Sie erkennen, welche Inhalte wirken, welche Partnergruppen Unterstützung benötigen und wo sich Investitionen in Partner Training besonders lohnen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie starte ich mit Partner Training?
Ein starkes Partner Training startet nicht mit der Frage nach dem ersten Kurs, sondern mit einer sauberen Architektur. Wer externe Partner gezielt befähigen will, braucht vor dem Content-Konzept klare Antworten auf Zielgruppen, Rollen, Wissensbedarfe, Motivation, Nachweise und Skalierung. Die folgenden Schritte helfen dabei, aus einer ersten Idee ein belastbares Partner Training zu entwickeln, das fachlich wirkt und organisatorisch wächst.
1. Partnerlandschaft sauber analysieren
Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wer sind Ihre Partner wirklich? Vertriebspartner, Händler, Servicepartner, Montagepartner, Implementierungspartner oder Franchise-Partner haben unterschiedliche Aufgaben, Risiken und Wissensbedarfe. Ein einheitliches Partner Training für alle klingt effizient, erzeugt aber schnell Reibungsverluste.
Analysieren Sie deshalb, welche Partnergruppen sich tatsächlich ähneln. Entscheidend sind Rolle, Marktphase, Produktnähe, Kundendialog, technischer Anspruch und Verantwortung. Ein neuer Vertriebspartner braucht andere Inhalte als ein erfahrener Servicetechniker. Ein strategischer Key Partner benötigt andere Einblicke als ein sporadisch aktiver Reseller. Aus dieser Segmentierung entsteht die Grundlage für relevante Lernpfade.
2. Wissensbedarf nach Aufgaben und Momenten clustern
L&D-Teams denken häufig in Kursen. Für Partner Training lohnt sich ein anderer Einstieg: Denken Sie in Aufgaben, Entscheidungssituationen und kritischen Momenten. Welche Situationen entstehen im Partneralltag? Wo passieren Fehler? Wo entstehen Rückfragen? Wo entscheidet Wissen über Abschluss, Qualität oder Kundenzufriedenheit?
Ordnen Sie das benötigte Wissen anschließend in Kategorien. Dazu gehören Produktwissen, Prozesswissen, Vertriebswissen, technisches Anwendungswissen, Compliance-Wissen und Markenwissen. Diese Struktur verhindert, dass das Partner Training zur Materialsammlung wächst. Sie erkennen schneller, welche Inhalte sofort geschäftskritisch sind und welche Informationen besser in Dokumentationen, Checklisten oder Performance-Support-Formaten liegen.
3. Zielbild und Erfolgskriterien festlegen
Ein Partner Training braucht messbare Ziele. Sonst bleibt unklar, ob es wirklich wirkt. Definieren Sie deshalb vor dem ersten Modul, welche Wirkung Sie erreichen möchten. Geht es um schnellere Partneraktivierung, höhere Abschlussquoten, weniger Supportanfragen, bessere Servicequalität, einheitliche Markenkommunikation oder auditsichere Nachweise?
Leiten Sie daraus konkrete Kennzahlen ab. Beispiele sind Time-to-Certification, Abschlussquote je Partnergruppe, Rezertifizierungsquote, Supporttickets nach Training, Umsatzentwicklung zertifizierter Partner oder Qualitätsergebnisse im Service. Diese Kennzahlen helfen später, Ihr Partner Training intern zu argumentieren und gezielt weiterzuentwickeln.
4. Rollen, Rechte und Datenzugriffe strategisch klären
Rollen und Rechte wirken wie ein technisches Detail, gehören aber zu den wichtigsten Vorüberlegungen. Externe Partner dürfen nur die Inhalte, Nutzer und Daten sehen, die für sie relevant sind. Partner A darf keine Daten von Partner B einsehen. Innerhalb einer Partnerorganisation stellt sich zusätzlich die Frage, wer Lernfortschritte sehen und Nutzer verwalten darf.
Klären Sie früh, welche Administrationsrechte bei Ihnen bleiben und welche Aufgaben Partner selbst übernehmen. Delegierte Administration entlastet Ihr internes Team, verlangt aber klare Regeln. Besonders bei größeren Partnernetzwerken entscheidet dieses Konzept über die Skalierbarkeit. Ohne saubere Rechtearchitektur wächst der Supportaufwand mit jedem neuen Partner.
5. Inhalte didaktisch für externe Zielgruppen aufbereiten
Partner Training braucht eine andere Didaktik als interne Weiterbildung. Externe Zielgruppen lernen meist freiwillig, mit wenig Zeit und unter direktem Leistungsdruck. Deshalb zählen Relevanz, Kürze und unmittelbare Anwendbarkeit.
Arbeiten Sie mit Microlearning, Szenarien, Entscheidungshilfen, kurzen Videos, interaktiven Übungen, Checklisten und praxisnahen Wissensabfragen. Komplexe Inhalte gehören in klare Lernpfade, nicht in überladene Einzelmodule. Gute Didaktik zeigt Partnern schnell: Dieses Training hilft im nächsten Kundengespräch, beim nächsten Servicefall oder bei der nächsten Umsetzung. Genau diese Nähe zum Arbeitsalltag erhöht Akzeptanz und Abschlussquote.
6. Lernpfade für Zertifizierungen entwickeln
Zertifizierungen geben Partner Training Struktur, Verbindlichkeit und Sichtbarkeit. Entwickeln Sie Lernpfade entlang konkreter Rollen und Kompetenzstufen. Ein möglicher Aufbau sind Basiszertifizierung, Produktspezialisierung, technische Vertiefung und regelmäßige Rezertifizierung.
Achten Sie darauf, dass Zertifikate echte Aussagekraft besitzen. Eine Zertifizierung verliert Wert, wenn sie nur aus einem kurzen Klicktest besteht. Kombinieren Sie Wissenstests mit Anwendungsaufgaben, Fallbeispielen oder praktischen Nachweisen. Wiederkehrende Rezertifizierungen helfen, Wissen aktuell zu halten, besonders bei Produktänderungen, neuen Prozessen oder regulatorischen Anforderungen.
7. Motivation bewusst einplanen
Motivation entsteht nicht zufällig. Partner investieren Zeit, wenn sie einen klaren Nutzen erkennen. Zeigen Sie deshalb früh, was das Partner Training bringt: bessere Beratung, schnellere Umsetzung, offizieller Kompetenznachweis, Zugang zu neuen Leistungen, weniger Rückfragen oder bessere Marktchancen.
Nutzen Sie Zertifikate, Badges, Fortschrittsanzeigen und klare Lernziele. Verbinden Sie Training außerdem mit Enablement-Materialien wie Battlecards, Vorlagen, Gesprächsleitfäden oder technischen Checklisten. So entsteht ein praktischer Hub, der Partner nicht nur schult, sondern im Arbeitsalltag begleitet.
8. Plattformstrategie passend zum Geschäftsmodell wählen
Die Lernplattform muss zur Partnerstrategie passen. Nicht jedes Partner Training braucht sofort vollständig gebrandete Sub-Portale für jede Partnerorganisation. In manchen Fällen stärkt eine zentrale, markengebundene Akademie die Beziehung zur eigenen Marke. In anderen Szenarien schaffen Mandantenfähigkeit und White-Labeling mehr Akzeptanz.
Entscheidend bleibt: Die Plattform muss Rollen, Rechte, Zielgruppenlogik, Zertifikate, Reporting und Integrationen sauber abbilden. Prüfen Sie außerdem SSO, Mehrsprachigkeit, mobile Nutzung, CRM-Anbindung und API-Fähigkeit. So vermeiden Sie, dass ein erfolgreicher Pilot später an technischen Grenzen hängen bleibt.
9. Mit einem skalierbaren Pilot starten
Ein Pilot schafft Geschwindigkeit und schützt vor Überforderung. Wählen Sie eine Partnergruppe, einen klaren Use Case und wenige geschäftskritische Inhalte. Der Pilot darf klein sein, aber nicht beliebig. Er braucht ein klares Ziel, definierte Rollen, messbare Kriterien und eine technische Struktur, die später Wachstum erlaubt.
Testen Sie im Pilot nicht nur Inhalte, sondern auch Prozesse. Funktioniert die Einladung? Verstehen Partner den Login? Finden sie relevante Inhalte? Klappen Zertifikate und Reports? Entstehen Supportfragen? Diese Erkenntnisse sind wertvoller als ein perfekt ausformuliertes Konzept auf dem Papier.
10. Feedback und Daten konsequent nutzen
Nach dem Start beginnt die eigentliche Optimierung. Sammeln Sie Feedback direkt von Partnern, Partner Managern, Vertrieb, Support und Fachabteilungen. Kombinieren Sie qualitative Rückmeldungen mit LMS-Daten. Besonders interessant sind Abbruchstellen, Suchanfragen, Wiederholungen, Testfehler, Supporttickets und Unterschiede zwischen Partnergruppen.
Nutzen Sie diese Daten iterativ. Kürzen Sie Inhalte, ergänzen Sie Beispiele, verbessern Sie Tests, vereinfachen Sie Lernpfade und passen Sie Zertifizierungen an neue Anforderungen an. Partner Training bleibt wirksam, wenn es sich mit Produkten, Märkten und Partnerstrukturen weiterentwickelt.
11. Governance für langfristige Qualität etablieren
Professionelles Partner Training braucht klare Verantwortlichkeiten. Legen Sie fest, wer Inhalte freigibt, wer Updates auslöst, wer Zertifikate verwaltet und wer Reports interpretiert. Produktmanagement, Vertrieb, Partner Management, L&D, IT und Compliance brauchen eine gemeinsame Arbeitslogik.
Definieren Sie außerdem Aktualisierungszyklen. Gerade Produktwissen, Compliance-Anforderungen und technische Prozesse altern schnell. Ein Redaktionsplan für Lerninhalte verhindert veraltete Informationen und stärkt Vertrauen. So entsteht aus einem einzelnen Partner Training Schritt für Schritt eine belastbare Partnerakademie.
Die chemmedia AG begleitet Unternehmen bei genau diesen Fragen vendor-neutral: von der ersten Partneranalyse über Lernarchitektur und Plattformauswahl bis zur Umsetzung eines skalierbaren Piloten. So entsteht ein Fahrplan, der pragmatisch startet und später nicht neu gedacht werden muss.
Fazit.
Partner Training stärkt Vertrieb, Service, Qualität und Markenauftritt, wenn Sie Zielgruppen, Inhalte, Plattform und Nachweise sauber zusammendenken. Der beste Start ist kein riesiges Akademieprojekt, sondern ein klarer Pilot mit skalierbarer Architektur.
Prüfen Sie zuerst Rollen, Rechte, Lernziele und Zertifizierungen. Danach bauen Sie Inhalte, Plattform und Reporting so auf, dass Partner schnell Nutzen spüren und Ihr Unternehmen verlässlich steuern kann.
Kostenfreie Beratung
Sie planen Partner Training, eine Partnerakademie oder ein Extended-Enterprise-Learning-Projekt? Dann lohnt sich ein neutraler Blick von außen. Gemeinsam klären wir, welche Zielgruppen Sie erreichen möchten, welche Plattform passt und wie ein sinnvoller Pilot aussieht.
Sprechen Sie mit chemmedia über Ihre Idee, Ihre Partnerstruktur und die nächsten Schritte:
Häufige Fragen zu Partner Training
Partner Training bezeichnet Schulungen für externe Geschäftspartner. Dazu gehören Händler, Reseller, Franchise-Partner, Servicepartner, Agenturen, Montagepartner oder Implementierungspartner. Ziel ist ein einheitliches Wissensniveau zu Produkten, Prozessen, Marke, Vertrieb und Qualität.
Partner Training lohnt sich, wenn externe Partner direkten Einfluss auf Umsatz, Servicequalität, Kundenerlebnis oder Compliance haben. Das gilt besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten, technischen Dienstleistungen, regulierten Branchen oder schnell wachsenden Partnernetzwerken.
Kurse im Partner Training funktionieren meist besser in kurzen Einheiten. Fünf bis zehn Minuten pro Lerneinheit sind oft praktikabel. Für komplexe Themen eignen sich Lernpfade mit mehreren kurzen Modulen, Praxisaufgaben und einem abschließenden Zertifikat.
Nicht jedes Unternehmen braucht sofort eine große Partnerakademie. Viele starten mit einem klaren Partner Training für eine Zielgruppe. Wenn Inhalte, Zertifikate, Dokumente und Prozesse wachsen, entwickelt sich daraus Schritt für Schritt eine vollständige Partnerakademie.
Zertifikate machen Wissen sichtbar und überprüfbar. Sie helfen Unternehmen, den Qualifikationsstand externer Partner zu steuern. Partner profitieren von einem offiziellen Nachweis, der Kompetenz gegenüber Kunden, Führungskräften oder Herstellern sichtbar macht.
Partner Training konzentriert sich auf den gezielten Wissensaufbau. Partner Enablement umfasst zusätzlich Materialien, Prozesse, Tools, Vertriebsunterstützung und Performance-Steuerung. Partner Training ist damit ein zentraler Baustein im größeren Enablement-Konzept.
Meist arbeiten L&D, Vertrieb, Partner Management, Produktmanagement und IT zusammen. L&D bringt Didaktik und Plattformkompetenz ein. Vertrieb und Partner Management kennen Zielgruppen und Geschäftsziele. IT prüft Schnittstellen, Datenschutz, Rollen und Zugangskonzepte.
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